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"Fast
jede Straßenbiegung bietet wieder neue Eindrücke,
andere Landschaften und Vegetationsformen. Man sieht
schroffe Felsen, sanfte Hügel, weite Ebenen, dichte
Wälder, prächtige Blumenwiesen, karge Steppen,
unberührt wirkende Urlandschaft ... sie bieten einer
Fülle von hübschen Insekten und seltenen
Vögeln Nahrung und Lebensraum." DER
NATURPARK -
FEUCHTGEBIETE
- KLIFFS
UND FELSENINSELN -
KÜSTENSTREIFEN-
DÜNENSYSTEME
- SANDBUCHTEN
- DAS
MEER -
GESCHICHTE
EINES VOLKSBEGEHRENS
- INTERESSANTE
WEB-SEITEN
ZU DIESEM THEMA Die
Salinen von Ibiza und
Formentera sind
ein Beispiel für die reichhaltige Artenvielfalt des
Mittelmeers. Die 2.000 Hektar grosse Fläche weist zu
Land und zu Wasser eine Flora und Fauna auf, deren
ökologische, landschaftliche, historische und
kulturellen Werte nach internationalem Maßstab
einzigartig sind. Dieses
zusammenhängende Ökosystem ist: DIE
FEUCHTGEBIETE Da
die Pitiusen zwischen der iberischen und der afrikanischen
Küste liegen, sind die Feuchtgebiete von 'Ses Salines'
für die Vögel von besonderer Bedeutung. Zahlreiche
Vögel machen hier alljährlich im Frühjahr und
Herbst Zwischenstation. Viele der Zugvögel
überwintern sogar hier. Es gibt eine feste Kolonie von
Flamingos (Phoenicopterus ruber), die das ganze Jahr
über hier leben. Hervorzuheben wäre auch,
daß drei Wattvogelarten hier nisten: der
Flußregenpfeifer (Charadrius dubius), der
Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) und der
Stelzenläufer (Himantopus himantopus). KLIFFS
UND FELSENINSELN In
der Meerenge die Formentera von Ibiza trennt, gibt es eine
Menge kleiner für die Artenvielfallt und Ökologie
wertvolle Felsinseln. Auf ihnen existiert eine sehr
interessante Flora, endemische Arten wie zum Beispiel den
Strandflieder (Limonium sp.). Auf ihnen leben Eidechsen, von
denen 14 unterschiedliche Subspecies aufgezählt werden,
und endemische Käfer- und Schneckenarten. Hervorheben
muß man auch große Schwärme von
Seevögeln, wie z. B. die der Korallenmöwe (Larus
audouinii), die es nur im Mittelmeer
gibt.
DER
KÜSTENSTREIFEN An
der Küste findet man dichte Pinien- oder
Aleppokiefernwälder, die auch den für die Pityusen
so typischen Phönizischen Wacholder beherbergen und ein
Untergehölz aus Strauchgewächsen wie Rosmarin,
Mastixstrauch, Zistrose, Glockenheide usw. besitzen. Hier
sieht man auch die ibizenkische Ginsterart Genista
dorycnifolia, eine der herausragendsten Endemismen der
Insel, sowie verschiedene Orchideenarten. In diesen dichten
Wäldern lebt die
Ginsterkatze. DÜNENSYSTEME,
SAND- UND GERÖLLSTEINSTRÄNDE In
'Ses Salines' gibt es lange Strände, die wegen ihrer
Schönheit Tausende von Besuchern anziehen. Es Cavallet,
Sa Trinxa und Ses Illetes haben Dünen unterschiedlicher
Qualität. Hervorzuheben wäre in diesem
Zusammenhang auch die Düne auf der Felsinsel
S'Espalmador, die vermutlich die am besten erhaltene des
westlichen Mittelmeeres ist. MEERESBIOTOP Das
Mittelmeer ist recht Nährstoffarm. Daher
sind
die als Neptun-
oder Poseidongras
(Posidonia oceanica) und von den Einheimischen als 'Algas'
bezeichneten Wasserpflanzen sehr wichtig. Diese Poseidongras
Felder produzieren grössere Mengen organischer Materie.
Sie beherbergen zahlreiche Meerestiere und dienen diesen als
Brutstätte und Kinderstube. An die 24 Arten Algen
siedeln sich in ihnen oder ihrer Nähe an und sind das
Habitat von Foraminiferen oder Porentierchen,
Schwämmen, Nesseltieren, Weichtierenn, Schalentieren
und Moostierchen. Hier kann man sogar häufig
Seepferdchen (Hippocampus sp.), den Petersfisch (Zeus
Faber), das Nesseltier Alicia mirabilis, Nacktkiemerarten
(Flabellina sp.) und Einsiedlerkrebse (Dardanus sp.)
beobachten. DIE
GESCHICHTE EINES VOLKSBEGEHRENS Im
Jahr 1972 verabschiedeten die Institutionen der Francozeit
den Plan Provincial de Las Baleares, der einen großen
Teil von Ses Salines als bebaubar erklärte. Ein Jahr
später verabschiedete die Gemeinde Sant Josep ihren
Allgemeinen Raumordnungsplan, der den Bau von Hotels mit
fast 20.000 Betten in dieser Gegend ermöglichte.
Angesichts der Gefahr einer endgültigen Verabschiedung
des Plans tauchte im Jahr 1977 eine vom Institut d'Estudis
Eivissencs ins Leben gerufene Bürgerbewegung zur
Verteidigung von Ses Salines auf, die große
Protestkundgebungen organisierte. Sie hatten Erfolg, der
Plan wurde nicht verabschiedet. JAHRELANGER
KAMPF Doch
damit hatte der Kampf nur begonnen. Im Jahr 1985 lehnte das
Parlament der Balearen den Vorschlag der linken Parteien,
die gesamte Zone unter Naturschutz zu stellen, ab, aber
erklärte die Salzteiche zur einem Naturraum von
besonderem Interesse. Währenddessen verabschiedete die
von der konservativen Partei PP regierte Gemeinde Sant Josep
ihre Baubestimmungen, die 92 neue Urbanisationen zuliessen,
3 davon in Ses Salines. Im gleichen Jahr (1986) begann auf
Betreiben des Landbesitzers Matutes der Bau einer
Makrourbanisation auf 300.000 Quadratmeter Grund am Ende der
Platja d'en Bossa. Die Proteste verstärkten sich und
eine Unterschriftensammlung verlangte den Schutz von Sal
Rossa. DIE
BEDROHUNG HÄLT AN Im
Januar 1990 schloß das Balearenparlament die
Begrenzung der Gebiete, die in das Naturschutzgesetz
aufgenommen werden sollten, ab. Die Hügel von Ses
Salines wurden dabei ausgeklammert, was den Bau von zwei
Urbanisationen zugelassen hätte. Die gleichen, die auch
in den Baubestimmungen von Sant Josep vorgesehen
waren. 'SALVEM
SES SALINES' Diese
Gefahr hatte die aus 60 Organisationen bestehende
Bürgerinitiative 'Salvem ses Salines' zur Folge, die
Protestkundgebungen aausfrief, um dieses Ökosystem zu
schützen. Die folgende Polemik liess nicht auf sich
warten und steigerte sich gewaltig. Als der damalige
Präsident der Balearenregierung, Gabriel
Cañellas, in einer Parlamentssitzung zugab, daß
er und seine Frau mit zu den Baubetreibern gehörten,
die 'Ses Salines' bebauen wollten, drehte sich die
öffentliche Meinung zugunsten eines umfassenden
Schutzes. 1991 gewann das Volksbegehren erneut und das
Parlament verabschiedete ein Naturschutzgesetz (LEN), das
nun die Hügel Corb Marí und Puig des
Falcó mit einschloß. GESCHÜTZTE
SALINEN Zum
ersten Mal seit Jahrzehnten war damit das Gebiet von 'Ses
Salines' gesetzlich geschützt. Die PP (Partido Popular)
reichte darauf eine Verfassungsklage ein. Sie argumentierte:
die Erklärung eines Gebietes zu einem Park oder
Reservat falle in die Zuständigkeit der Autonomen
Regierung der Balearen und nicht in die der
Zentralregierung. Der neue Präsident der
Balearenregierung, Jaume Matas, hatte kein Interesse die
Salinen zu schützen. Die Jahre vergingen bis es in 1999
zu einem politischen Umschwung kam. Die PP musste dem
Fortschrittspakt, einer Koalition der progressieven
Parteien, Platz machen. NATURPARK
'SES SALINES' Im
Dezember 2001 wurde das Gesetz für den Naturpark
verabschiedet und ein paar Monate später der
Naturressourcennutzungsplan (PORN). Als sieben Jahre nach
der polemischen Verabschiedung des Gesetztes zum Schutz des
Naturreservats der Oberste Gerichtshof sein Urteil
verkündete, war das Gebiet von 'Ses Salines' bereits
ein gesetzlich geschütztes Naturschutzgebiet, sowie das
Volksbegehren es jahrzehntelang verlangt hatte. ENDE
DES KAMPFES ? Der
Kampf um den gesetzlichen Schutz scheint beendet zu sein,
aber die Bedrohung bleibt bestehen: es gibt Müllhalden
und heimliche Bauarbeiten; das Unternehmen, das die Salinen
betreibt, hat die Salzgewinnung modernisiert; und in der
alljährlichen Hochsaison gibt es einen massiven Druck
durch Touristen. Eine Verwaltung des Naturparks wurde
eingesetzt, benötigt aber die Mitarbeit der Gemeinde
von Sant Josep, des Inselrats und der Balearenregierung.
Ungeklärte Zuständigkeiten verzögern weitere
Schutzmassnahmen

So beschreibt Hans Giffhorn in seinem im Jahr 1992
erschienenen und in Zusammenarbeit mit dem ibizenkischen
Botaniker Néstor Torres verfassten Buch
"Ibiza
- ein unbekanntes
Naturparadies" die
Landschaft und Schönheit unserer Insel.
Die Insel bewahrt immer noch eine vielfältige
Schönheit. Dies ist nicht nur für Naturliebhaber
wichtig, sondern auch für die Lebensqualität auf
der Insel. Ausserdem ist dies die beste Garantie für
einen nachhaltigen Tourismus. Viele wunderschöne und
einzigartige Flächen wurden schon unter Beton begraben.
Die Bauherren fahren ohne Rücksicht auf Verluste mit
ihrer schnellen Geldmacherei fort ohne daß die
Politiker ihre Verantwortung für den Schutz dieses
einzigartigen und unwiederbringlichen Schatzes
wahrnehmen.
Es besteht eine große Artenvielfalt. Einige der
Pflanzen- und Tierarten gibt es nur auf Ibiza und sonst
nirgends, es sind sogenannte Endemismen.


Diese Gesamtheit der verschiedenen Biotope bildet ein
Ökosystem das unter dem Namen 'Ses Salines' bekannt
ist. In 'Ses Salines' kann man praktisch jegliche Art der
auf den Pitiusen vokommenden Biotop-Arten finden. Daher
wurden für 'Ses Salines'
international gültige
Schutzmaßnahmen
erlassen.

Auch das Teichhuhn (Gallinula chloropus) und die Brandgans
(Tadorna tadorna) brüten hier. Eine ganze Reihe von
Entenvögeln, Reihern, Seidenreihern, Wattvögeln
und sogar Fischadler (Pandion haliaetus) kann man hier
beobachten.
Häufig bekommt man in 'Ses Salines' auch Raubvögel
zu sehen, wie die Rohrweihe (Circus aeroginosus), den
Wanderfalken (Falco peregrinus) oder den Turmfalken (Falco
tinnunculus). In den Salinen von Formentera gibt es
größere Schwärme von Schwarzhalstauchern
(Podiceps nigricollis).
Die Feuchtgebiete und Küstenlagunen werden in
regelmäßigen Abständen geflutet und
verfügen deshalb über eine hohe Konzentration an
Salz. Die Vegetation besteht daher aus Pflanzen, die diesen
harten Bedingungen angepasst sind, wie der Queller, die
Binse oder der Strandflieder (Limonium sp.). Von letzterem
gibt es einige endemische
Exemplare.




Die Strand- und Dünenabschnitte zeichnen sich durch
ihren hohen ökologischen Wert und ihr prekäres
Gleichgewicht aus. Entstehung und Erhaltung sind sehr eng
mit dem Ökosystem des Meeres und der Küste
verbunden. In den Sandzonen findet man bedeutende, der
Umgebung angepasste Pflanzen, wie beispielsweise Sandkraut
(Ammophila arenaria), Stranddisteln (Eryngium maritimum),
Leimkraut (Silene cambessedesii) oder Strandnarzissen
(Pancratium maritimum). Ausserdem endemische Insekten wie
den Käfer Pimelia elevata. In festsitzenden Dünen
konnten gut erhaltene Wälder aus Phönizischem
Wacholder gedeihen.


Auf hoher See begegnet man auch dem Tümmler (Tursiops
truncatus) und der Karettschildkröte
(Caretta caretta).
Die nur im Mittelmeer vorkommenden Poseidon- oder
Neptungras-Wiesen sind bei die Pitiusen besonders gut
erhalten. Sie haben bei der Entstehung und Bewahrung der
Sandstrände eine wichtige Funktion. Die Felder wirken
wie parallel zur Küste liegende Riffs, denn das Gras
wird zum Teil bis zu zwei Meter hoch. Das macht sie zu
Wellenbrechern, die die Auswirkungen der Wasserbewegung
abschwächen.
Die abgestorbenen Gräser werden an die Strände
gespühlt und bilden Barrieren gegen die
Winterstürme.
Das Neptungras hat noch eine weitere Funktion: es reinigt
das Wasser und reichert es mit Sauerstoff an. Deshalb ist
das Wasser hier beonders klar und durchsichtig. Die
Bedeutung der Neptungraswiesen hat dazu geführt,
daß sie als bevorzugt geschütztes Habitat in die
Habitatsdirektive der Europäischen Union aufgenommen
wurden. Die
Poseidongras-Felder zwischen Ibiza und Formentera sind
besonders gut erhalten und wurden deshalb von der UNESCO zum
Weltnaturerbe
erklärt.

Ein Jahr später schlugen die balearischen Sozialisten
vor, 'Ses Salines' zu einem Naturpark zu erklären. Die
Koalition PP/UM vereitelte dieses Projekt allerdings und
erreichte am Jahresende sogar eine Reduzierung des Schutzes,
als das Parlament einer Reform des LEN zustimmte, die die
Mindestfläche für Bauprojekte in Naturschutzzonen
auf Ibiza von 200.000 m2 auf 30.000 m2
reduzierte.
Aber die bei der Europäischen Union eingereichten
Anzeigen brachten die erhofften Ergebnisse. Die
Zentralregierung in Madrid beschloss die Salzteiche in das
Ramsar-Abkommen aufzunehmen und kurz darauf wurde auch der
Vorschlag der linken Partei 'Izquierda Unida', hier ein
Naturreservat zu schaffen, akzeptiert. (Seit
1995)

Währenddessen hängt der Schutz dieses wertvollen
Ökosystem von der konstanten Wachsamkeit der
Bevölkerung ab.
QUELLEN
EL PARC NATURAL DE SES SALINES - GEN/GOB 2003 - Genial Edicions Culturals SL
LA POSIDONIA - EL BOSC SUBMERGIT -
Manu San Félix &endash; Edicions Documenta Balear
SL
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PFLANZEN
Herbari virtual de les Illes Balears
VÖGEL
POSIDONIA OCEANICA (DAS POSEIDON- oder NEPTUNGRAS)
Xarxa de Monitorització de les Praderies de Posidonia oceanica de les Illes Balears
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