AMICS DE LA TERRA EIVISSA
NATURERBE

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DIE SALINEN VON IBIZA UND FORMENTERA - CALA D'HORT - ES AMUNTS - SES FEIXES

"Fast jede Straßenbiegung bietet wieder neue Eindrücke, andere Landschaften und Vegetationsformen. Man sieht schroffe Felsen, sanfte Hügel, weite Ebenen, dichte Wälder, prächtige Blumenwiesen, karge Steppen, unberührt wirkende Urlandschaft ... sie bieten einer Fülle von hübschen Insekten und seltenen Vögeln Nahrung und Lebensraum."

So beschreibt Hans Giffhorn in seinem im Jahr 1992 erschienenen und in Zusammenarbeit mit dem ibizenkischen Botaniker Néstor Torres verfassten Buch
"Ibiza - ein unbekanntes Naturparadies" die Landschaft und Schönheit unserer Insel.

Die Insel bewahrt immer noch eine vielfältige Schönheit. Dies ist nicht nur für Naturliebhaber wichtig, sondern auch für die Lebensqualität auf der Insel. Ausserdem ist dies die beste Garantie für einen nachhaltigen Tourismus. Viele wunderschöne und einzigartige Flächen wurden schon unter Beton begraben. Die Bauherren fahren ohne Rücksicht auf Verluste mit ihrer schnellen Geldmacherei fort ohne daß die Politiker ihre Verantwortung für den Schutz dieses einzigartigen und unwiederbringlichen Schatzes wahrnehmen.

Es besteht eine große Artenvielfalt. Einige der Pflanzen- und Tierarten gibt es nur auf Ibiza und sonst nirgends, es sind sogenannte Endemismen.

SES SALINES VON EIVISSA Y FORMENTERA

DER NATURPARK - FEUCHTGEBIETE - KLIFFS UND FELSENINSELN - KÜSTENSTREIFEN- DÜNENSYSTEME - SANDBUCHTEN - DAS MEER - GESCHICHTE EINES VOLKSBEGEHRENS - INTERESSANTE WEB-SEITEN ZU DIESEM THEMA

 

Die Salinen von Ibiza und Formentera sind ein Beispiel für die reichhaltige Artenvielfalt des Mittelmeers. Die 2.000 Hektar grosse Fläche weist zu Land und zu Wasser eine Flora und Fauna auf, deren ökologische, landschaftliche, historische und kulturellen Werte nach internationalem Maßstab einzigartig sind.

Diese Gesamtheit der verschiedenen Biotope bildet ein Ökosystem das unter dem Namen 'Ses Salines' bekannt ist. In 'Ses Salines' kann man praktisch jegliche Art der auf den Pitiusen vokommenden Biotop-Arten finden. Daher wurden für 'Ses Salines'
international gültige Schutzmaßnahmen erlassen.

Dieses zusammenhängende Ökosystem ist:

  • Ein Vogelschutzgebiet (ZEPA)
  • Ein Naturraum von besonderer Bedeutung (ANEI) und im Naturschutzgesetz der Balearenregierung verzeichnet
  • Seit 1993 Teil der internationalen Feuchtgebietsliste von RAMSAR
  • Seit 1995 Naturreservat Spaniens
  • Teil des Red Natura 2000 der Europäischen Union
  • Seit 2001 Naturpark der Balearen (Gesetz 17/2001)

DIE FEUCHTGEBIETE

Da die Pitiusen zwischen der iberischen und der afrikanischen Küste liegen, sind die Feuchtgebiete von 'Ses Salines' für die Vögel von besonderer Bedeutung. Zahlreiche Vögel machen hier alljährlich im Frühjahr und Herbst Zwischenstation. Viele der Zugvögel überwintern sogar hier. Es gibt eine feste Kolonie von Flamingos (Phoenicopterus ruber), die das ganze Jahr über hier leben. Hervorzuheben wäre auch, daß drei Wattvogelarten hier nisten: der Flußregenpfeifer (Charadrius dubius), der Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) und der Stelzenläufer (Himantopus himantopus).

Auch das Teichhuhn (Gallinula chloropus) und die Brandgans (Tadorna tadorna) brüten hier. Eine ganze Reihe von Entenvögeln, Reihern, Seidenreihern, Wattvögeln und sogar Fischadler (Pandion haliaetus) kann man hier beobachten.

Häufig bekommt man in 'Ses Salines' auch Raubvögel zu sehen, wie die Rohrweihe (Circus aeroginosus), den Wanderfalken (Falco peregrinus) oder den Turmfalken (Falco tinnunculus). In den Salinen von Formentera gibt es größere Schwärme von Schwarzhalstauchern (Podiceps nigricollis).

Die Feuchtgebiete und Küstenlagunen werden in regelmäßigen Abständen geflutet und verfügen deshalb über eine hohe Konzentration an Salz. Die Vegetation besteht daher aus Pflanzen, die diesen harten Bedingungen angepasst sind, wie der Queller, die Binse oder der Strandflieder (Limonium sp.). Von letzterem gibt es einige endemische Exemplare.

KLIFFS UND FELSENINSELN

In der Meerenge die Formentera von Ibiza trennt, gibt es eine Menge kleiner für die Artenvielfallt und Ökologie wertvolle Felsinseln. Auf ihnen existiert eine sehr interessante Flora, endemische Arten wie zum Beispiel den Strandflieder (Limonium sp.). Auf ihnen leben Eidechsen, von denen 14 unterschiedliche Subspecies aufgezählt werden, und endemische Käfer- und Schneckenarten. Hervorheben muß man auch große Schwärme von Seevögeln, wie z. B. die der Korallenmöwe (Larus audouinii), die es nur im Mittelmeer gibt.

DER KÜSTENSTREIFEN

An der Küste findet man dichte Pinien- oder Aleppokiefernwälder, die auch den für die Pityusen so typischen Phönizischen Wacholder beherbergen und ein Untergehölz aus Strauchgewächsen wie Rosmarin, Mastixstrauch, Zistrose, Glockenheide usw. besitzen. Hier sieht man auch die ibizenkische Ginsterart Genista dorycnifolia, eine der herausragendsten Endemismen der Insel, sowie verschiedene Orchideenarten. In diesen dichten Wäldern lebt die Ginsterkatze.

DÜNENSYSTEME, SAND- UND GERÖLLSTEINSTRÄNDE

In 'Ses Salines' gibt es lange Strände, die wegen ihrer Schönheit Tausende von Besuchern anziehen. Es Cavallet, Sa Trinxa und Ses Illetes haben Dünen unterschiedlicher Qualität. Hervorzuheben wäre in diesem Zusammenhang auch die Düne auf der Felsinsel S'Espalmador, die vermutlich die am besten erhaltene des westlichen Mittelmeeres ist.

Die Strand- und Dünenabschnitte zeichnen sich durch ihren hohen ökologischen Wert und ihr prekäres Gleichgewicht aus. Entstehung und Erhaltung sind sehr eng mit dem Ökosystem des Meeres und der Küste verbunden. In den Sandzonen findet man bedeutende, der Umgebung angepasste Pflanzen, wie beispielsweise Sandkraut (Ammophila arenaria), Stranddisteln (Eryngium maritimum), Leimkraut (Silene cambessedesii) oder Strandnarzissen (Pancratium maritimum). Ausserdem endemische Insekten wie den Käfer Pimelia elevata. In festsitzenden Dünen konnten gut erhaltene Wälder aus Phönizischem Wacholder gedeihen.

MEERESBIOTOP

Das Mittelmeer ist recht Nährstoffarm. Daher sind die als Neptun- oder Poseidongras (Posidonia oceanica) und von den Einheimischen als 'Algas' bezeichneten Wasserpflanzen sehr wichtig. Diese Poseidongras Felder produzieren grössere Mengen organischer Materie. Sie beherbergen zahlreiche Meerestiere und dienen diesen als Brutstätte und Kinderstube. An die 24 Arten Algen siedeln sich in ihnen oder ihrer Nähe an und sind das Habitat von Foraminiferen oder Porentierchen, Schwämmen, Nesseltieren, Weichtierenn, Schalentieren und Moostierchen. Hier kann man sogar häufig Seepferdchen (Hippocampus sp.), den Petersfisch (Zeus Faber), das Nesseltier Alicia mirabilis, Nacktkiemerarten (Flabellina sp.) und Einsiedlerkrebse (Dardanus sp.) beobachten.

Auf hoher See begegnet man auch dem Tümmler (Tursiops truncatus) und der
Karettschildkröte (Caretta caretta).

Die nur im Mittelmeer vorkommenden Poseidon- oder Neptungras-Wiesen sind bei die Pitiusen besonders gut erhalten. Sie haben bei der Entstehung und Bewahrung der Sandstrände eine wichtige Funktion. Die Felder wirken wie parallel zur Küste liegende Riffs, denn das Gras wird zum Teil bis zu zwei Meter hoch. Das macht sie zu Wellenbrechern, die die Auswirkungen der Wasserbewegung abschwächen.

Die abgestorbenen Gräser werden an die Strände gespühlt und bilden Barrieren gegen die Winterstürme.

Das Neptungras hat noch eine weitere Funktion: es reinigt das Wasser und reichert es mit Sauerstoff an. Deshalb ist das Wasser hier beonders klar und durchsichtig. Die Bedeutung der Neptungraswiesen hat dazu geführt, daß sie als bevorzugt geschütztes Habitat in die Habitatsdirektive der Europäischen Union aufgenommen wurden.
Die Poseidongras-Felder zwischen Ibiza und Formentera sind besonders gut erhalten und wurden deshalb von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

 

DIE GESCHICHTE EINES VOLKSBEGEHRENS

Im Jahr 1972 verabschiedeten die Institutionen der Francozeit den Plan Provincial de Las Baleares, der einen großen Teil von Ses Salines als bebaubar erklärte. Ein Jahr später verabschiedete die Gemeinde Sant Josep ihren Allgemeinen Raumordnungsplan, der den Bau von Hotels mit fast 20.000 Betten in dieser Gegend ermöglichte. Angesichts der Gefahr einer endgültigen Verabschiedung des Plans tauchte im Jahr 1977 eine vom Institut d'Estudis Eivissencs ins Leben gerufene Bürgerbewegung zur Verteidigung von Ses Salines auf, die große Protestkundgebungen organisierte. Sie hatten Erfolg, der Plan wurde nicht verabschiedet.

 

JAHRELANGER KAMPF

Doch damit hatte der Kampf nur begonnen. Im Jahr 1985 lehnte das Parlament der Balearen den Vorschlag der linken Parteien, die gesamte Zone unter Naturschutz zu stellen, ab, aber erklärte die Salzteiche zur einem Naturraum von besonderem Interesse. Währenddessen verabschiedete die von der konservativen Partei PP regierte Gemeinde Sant Josep ihre Baubestimmungen, die 92 neue Urbanisationen zuliessen, 3 davon in Ses Salines. Im gleichen Jahr (1986) begann auf Betreiben des Landbesitzers Matutes der Bau einer Makrourbanisation auf 300.000 Quadratmeter Grund am Ende der Platja d'en Bossa. Die Proteste verstärkten sich und eine Unterschriftensammlung verlangte den Schutz von Sal Rossa.

 

DIE BEDROHUNG HÄLT AN

Im Januar 1990 schloß das Balearenparlament die Begrenzung der Gebiete, die in das Naturschutzgesetz aufgenommen werden sollten, ab. Die Hügel von Ses Salines wurden dabei ausgeklammert, was den Bau von zwei Urbanisationen zugelassen hätte. Die gleichen, die auch in den Baubestimmungen von Sant Josep vorgesehen waren.

 

'SALVEM SES SALINES'

Diese Gefahr hatte die aus 60 Organisationen bestehende Bürgerinitiative 'Salvem ses Salines' zur Folge, die Protestkundgebungen aausfrief, um dieses Ökosystem zu schützen. Die folgende Polemik liess nicht auf sich warten und steigerte sich gewaltig. Als der damalige Präsident der Balearenregierung, Gabriel Cañellas, in einer Parlamentssitzung zugab, daß er und seine Frau mit zu den Baubetreibern gehörten, die 'Ses Salines' bebauen wollten, drehte sich die öffentliche Meinung zugunsten eines umfassenden Schutzes. 1991 gewann das Volksbegehren erneut und das Parlament verabschiedete ein Naturschutzgesetz (LEN), das nun die Hügel Corb Marí und Puig des Falcó mit einschloß.

Ein Jahr später schlugen die balearischen Sozialisten vor, 'Ses Salines' zu einem Naturpark zu erklären. Die Koalition PP/UM vereitelte dieses Projekt allerdings und erreichte am Jahresende sogar eine Reduzierung des Schutzes, als das Parlament einer Reform des LEN zustimmte, die die Mindestfläche für Bauprojekte in Naturschutzzonen auf Ibiza von 200.000 m2 auf 30.000 m2 reduzierte.

Aber die bei der Europäischen Union eingereichten Anzeigen brachten die erhofften Ergebnisse. Die Zentralregierung in Madrid beschloss die Salzteiche in das Ramsar-Abkommen aufzunehmen und kurz darauf wurde auch der Vorschlag der linken Partei 'Izquierda Unida', hier ein Naturreservat zu schaffen, akzeptiert. (Seit 1995)

GESCHÜTZTE SALINEN

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten war damit das Gebiet von 'Ses Salines' gesetzlich geschützt. Die PP (Partido Popular) reichte darauf eine Verfassungsklage ein. Sie argumentierte: die Erklärung eines Gebietes zu einem Park oder Reservat falle in die Zuständigkeit der Autonomen Regierung der Balearen und nicht in die der Zentralregierung. Der neue Präsident der Balearenregierung, Jaume Matas, hatte kein Interesse die Salinen zu schützen. Die Jahre vergingen bis es in 1999 zu einem politischen Umschwung kam. Die PP musste dem Fortschrittspakt, einer Koalition der progressieven Parteien, Platz machen.

NATURPARK 'SES SALINES'

Im Dezember 2001 wurde das Gesetz für den Naturpark verabschiedet und ein paar Monate später der Naturressourcennutzungsplan (PORN). Als sieben Jahre nach der polemischen Verabschiedung des Gesetztes zum Schutz des Naturreservats der Oberste Gerichtshof sein Urteil verkündete, war das Gebiet von 'Ses Salines' bereits ein gesetzlich geschütztes Naturschutzgebiet, sowie das Volksbegehren es jahrzehntelang verlangt hatte.

 

ENDE DES KAMPFES ?

Der Kampf um den gesetzlichen Schutz scheint beendet zu sein, aber die Bedrohung bleibt bestehen: es gibt Müllhalden und heimliche Bauarbeiten; das Unternehmen, das die Salinen betreibt, hat die Salzgewinnung modernisiert; und in der alljährlichen Hochsaison gibt es einen massiven Druck durch Touristen. Eine Verwaltung des Naturparks wurde eingesetzt, benötigt aber die Mitarbeit der Gemeinde von Sant Josep, des Inselrats und der Balearenregierung. Ungeklärte Zuständigkeiten verzögern weitere Schutzmassnahmen

Währenddessen hängt der Schutz dieses wertvollen Ökosystem von der konstanten Wachsamkeit der Bevölkerung ab.

 

QUELLEN

EL PARC NATURAL DE SES SALINES - GEN/GOB 2003 - Genial Edicions Culturals SL

LA POSIDONIA - EL BOSC SUBMERGIT - Manu San Félix &endash; Edicions Documenta Balear SL


INTERESSANTE WEB-SEITEN

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